Häufig wird geraten, neu einzusetzende Steine genau zu untersuchen, es wird aber nie gelingen, bei Befall alle Tiere zu entdecken und manuell zu entfernen. Helfen können 30sekündige Süßwasserbäder des "Neuankömmlings", welche aber auch andere Kleinstlebewesen oder größere Niedere Tiere (Xeniden!) selbst schädigen können.
Vor dem Einsatz chemischer Präparate sollte auf jeden Fall versucht werden, die Punkte 1) und 2) aus Absatz 1 zu erfüllen. 1) Natürliche Feinde sind verschiedene Lippfische (z.B. Anampses meleagrides) und Mandarin-/LSD Fische. Auch Schnecken sind schon beim Fressen von Planarien beobachtet worden, allerdings muß man sich fragen, welchen neuen Leckereien sich diese widmen werden, wenn der Planariennachschub einmal ausgehen sollte....
2) Günstige Lebensumstände sind nährstoffreiche Becken, möglichst mit Kieselalgen, die Leibspeise der Planarien. Bevor eine Planarienplage dauerhaft abgestellt werden kann, müssen diese Umstände für die Planarien "verschlechtert" werden, was für die Anlage selbst aber eine Verbesserung der Wasserqualität bedeutet (Phosphat-, Nitrat- und Silikatminimierung). Man benötigt allerdings schon etwas Geduld, bis die Planarien mangels Nahrung verschwinden.
Führen alle Versuche nicht zum Erfolg (natürliche Freßfeinde sind ja z.B. schwer in Becken längerfristig zum Einsatz zu bringen, wo z.B. ein Rotfeuerfisch schwimmt...), kann der Einsatz von Concurat L helfen, einem Wurmbekämpfungsmittel für Tiere der Fa. Bayer AG (allerdings rezeptpflichtig).
Bitte beachten Sie, daß wir für die folgenden Angaben keinerlei Haftung für auftratende Schäden in Verbindung mit dem Einsatz dieses Mittels übernehmen können! Jeder Anwender handelt hier auf eigenes Risiko.
Diese Methode birgt nämlich ein nicht zu unterschätzendes Problem: Planarien sind giftig. Dieses Gift geben sie beim Verenden ans Wasser ab, was zu einem Umkippen der ganzen Anlage führen kann. Aus diesem Grunde ist es unbedingt notwendig, alle Planarien vor dem Einsatz des Mittels sorgfältigst abzusaugen, damit die Giftabgabe durch diese ins Aquarienwasser minimiert werden kann. Nochmals: nicht das Concurat L ist problematisch, sondern das Gift der abgestorbenen Planarien.
Vom Concurat L dann 7,5 g (gibt es in dieser Menge abgepackt) gelöst auf 500 - 1.000 l Wasser geben (Abschäumer kann laufen, keine Aktivkohle), die Planarien sterben innerhalb von wenigen Minuten ab. Nach 1 Stunde unbedingt über Korallin Activ Carbon filtern (nur 1 Tag im Kreislauf belassen), um das Medikament und Planariengift zu adsorbieren.
Die Anwendung kann auch prophylaktisch in einem kleinen Becken mit allen Neuankömmlingen durchgeführt werden, um einen erneuten Befall auszuschließen.